Biogas entsteht aus Pflanzen, die in der Landwirtschaft erzeugt werden, durch einen gesteuerten Fäulnisprozess und wird dann einem Verbrennungsmotor zugeführt, der einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Der Strom wird in das allgemeine, ganz normale Stromnetz eingespeist und dient so - wie Strom aus Kohle-, Öl -, Gas oder Atom-Kraftwerken - der Nutzung durch private Haushalte, Industrie und Gewerbe oder der Beleuchtung unserer Verkehrsanlagen, dem Schienen-Nahverkehr usw.
Pflanzen von unseren Äckern, von unseren Bauern, daraus Strom machen, kann man denn das, aber vor allem, darf man denn das? Tägliches Brot für Elektrizität einsetzen? Das geht vielen noch gewaltig gefühlsmäßig gegen den Strich. So oder ähnlich mögen so manche der an die vierzig SPD-Seniorinnen und Senioren gedacht haben, die sich von ihrem Landstagsabgeordneten Thomas Knapp unlängst durch dessen neues kombiniertes Biokraftwerk führen ließen.
Das brandneue Werk mit einer fast futuristischen Architektur ist fast genial der Landschaft angepasst. Farblich sind die beiden Produktstraßen augenfällig gemacht, lila für Biogas, braun für Pellets.
Thomas Knapp: „Es stimmt einfach nicht, dass durch die Biomassennutzung Landwirtschaftserzeugnisse knapp werden. Nur 3 % der gesamten Ackerfläche werden derzeit für neue Energien genutzt.“ Man darf es nicht nur, man muss es immer mehr tun, um wegzukommen von Kohle, Öl oder Atom, hin zu so genannten regenerativen, das heißt nachwachsenden Energiepflanzen, die auf unsern Äckern immer wieder wachsen, und dadurch nichts unwiederbringlich verloren geht.
Gleichzeitig – „kombiniert“ – werden in seinem Werk Holzpellets hergestellt, diese kleinen „Würstle“, die aus Holzfasermasse gepresst und dann mit Abwärme vom Biogas getrocknet werden, um alternativ zu Öl und Gas in Heizungsanlagen der Haushalte und Gewerbebetriebe usw. verbrannt zu werden. Kraft-Wärme-Kopplung nennt man so eine Technologie, Wärme, die für den Strom nicht gebraucht wird, trocknet die Grundmasse der Pellets.
Auf einem großen Lagerplatz - eine ganze Jahresproduktion von 27.000 cbm Silage kann dort Raum finden - lagert viel Holz, um zerraspelt zu werden, vor allem aber lagern dort die Pflanzenstoffe. Diese werden durch ihr Eigengewicht zusammen gepresst, die Gärung beginnt hier schon.
Wärme durch Gärung, das ist das ganze Geheimnis dieser Technologie. Myriaden fleißiger, mini-kleiner Mikroorganismen wirken zusammen, um diesen biochemischen Prozess möglich zu machen. Ergebnis: acht Millionen Kilowattstunden Elektrizität aus Biomasse pro Jahr. Zahlreiche große und kleine Silo-Baukörper prägen das Bild der Anlage.
Ein zünftiges Vesper, nicht nur zur Stärkung, auch für nachdenkliche Gespräche, beschließt diese hochinteressante Exkursion.